Martini-Quartier Kassel: Geschichte & Entwicklung
Das Martini-Quartier Kassel ist ein Beispiel für die Transformation eines früher gewerblich-industriellen Areals in ein urbanes Quartier. Wo früher Bier gebraut wurde, befinden sich heute Wohnungen, Büros, Gastronomie und gemeinschaftliche Wohnprojekte. Seine besondere Qualität entsteht aus der Verbindung von Geschichte und Zukunft: Das Sudhaus, die historischen Keller und die Neubauten erzählen gemeinsam von Kassels Wandel im Bestand.
Ein Quartier im Wandel
Das Martini-Quartier Kassel steht für einen wichtigen Transformationsprozess der jüngeren Stadtentwicklung. Auf dem ehemaligen Gelände der Martini-Brauerei entstand ein urbanes Quartier mit Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, sozialen Angeboten und historischen Bezügen.
Das Areal liegt an der Schnittstelle der Stadtteile Mitte und Vorderer Westen. Es befindet sich im Bereich Kölnische Straße, Uhlandstraße, Emmerichstraße und Hardenbergstraße.
Innenentwicklung statt Neubau am Stadtrand
Die Entwicklung des Martini-Quartiers ist ein Beispiel für innerstädtische Konversion. Statt neue Flächen am Stadtrand zu erschließen, wurde ein früher gewerblich genutztes Brauereigelände neu geordnet.
Die planungsrechtliche Grundlage bildet der Bebauungsplan Nr. II/11 „Martini-Quartier“ der Stadt Kassel. Ziel war ein gemischt genutztes Stadtquartier mit Wohn- und Mischnutzungen in zentraler Lage.
Historischer Ort mit neuer Nutzung
Die Martini-Brauerei A. Kropf prägte über Jahrzehnte das Bild an der Kölnischen Straße. Nach der Aufgabe des Brauereibetriebs eröffnete sich die Möglichkeit, das Gelände städtebaulich neu zu entwickeln.
Nicht alles wurde neu gebaut. Das historische Sudhaus aus dem Jahr 1895 blieb erhalten und wurde denkmalgerecht umgebaut. Auch historische Kelleranlagen unter dem Gelände spielen bis heute eine wichtige Rolle für die Geschichte und Wahrnehmung des Quartiers. Die noch erhaltenen Teile der Kelleranlagen können heute besichtigt werden.
Was heute im Martini-Quartier entstanden ist
Das Martini-Quartier ist kein reines Wohngebiet. Es verbindet Wohnungen, Gewerbe, Büroflächen, Gastronomie, soziale Nutzungen und gemeinschaftliche Wohnprojekte.
Zu den öffentlich dokumentierten Bausteinen zählen unter anderem das MartiniTor, das genossenschaftliche Wohnprojekt MartiniQ, WohnGeStein, das Suffizienzhaus U10 und das umgenutzte Sudhaus. Damit ist ein Quartier entstanden, das unterschiedliche Wohn- und Nutzungsformen in zentraler Lage bündelt.
Wohnen im Martini-Quartier
Ein zentrales Ziel der Entwicklung war die Schaffung neuen Wohnraums. Im Quartier entstanden Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, genossenschaftliche Wohnformen, gemeinschaftliche Projekte und inklusive Wohnangebote.
Die öffentlich verfügbaren Quellen nennen je nach Zeitpunkt unterschiedliche Gesamtzahlen. Frühere Planungsunterlagen sprachen von rund 170 Wohneinheiten, spätere Projektdokumentationen von rund 240 Wohneinheiten. Deshalb sollten konkrete Zahlen immer mit Quelle und Stand eingeordnet werden.
Die Keller unter dem Quartier
Unter dem Martini-Quartier liegen historische Tiefkelleranlagen. Sie stammen teils aus älteren Nutzungszusammenhängen und wurden später von der Brauerei als Lagerkeller genutzt.
Diese Keller beeinflussten die Planung deutlich. Sie waren relevant für Denkmalschutz, Erschließung, Stellplätze, Begrünung und bauliche Machbarkeit. Einzelne Bereiche wurden aus statischen Gründen verfüllt, andere Abschnitte blieben erhalten.
Vertiefende Informationen
Das Martini-Quartier steht für eine zentrale Aufgabe moderner Stadtentwicklung: bestehende Flächen sinnvoll weiterzuentwickeln, statt neue Flächen am Stadtrand zu verbrauchen.
Es verbindet Wohnraumschaffung, Denkmalschutz, nachhaltige Mobilität, soziale Nutzungen und neue Formen des Zusammenlebens. Damit ist es ein anschauliches Beispiel für Kassels Wandel im Bestand.
Ja. Öffentlich diskutiert wurden unter anderem bauliche Dichte, Verkehr, Parkdruck, Grünflächen und der Umgang mit den historischen Kelleranlagen.
Solche Diskussionen sind typisch für große Stadtentwicklungsprojekte im Bestand. Sie zeigen, dass das Martini-Quartier nicht isoliert entstanden ist, sondern in eine bestehende Nachbarschaft eingebettet wurde.
Das Sudhaus ist eines der wenigen erhaltenen historischen Gebäude des früheren Brauereiareals. Es prägt die Identität des Martini-Quartiers bis heute.
Der denkmalgerechte Umbau verbindet historische Architektur mit neuer Nutzung. Dokumentiert sind Büroflächen in den Obergeschossen und Gastronomie im Erdgeschoss. Damit bleibt das Sudhaus ein sichtbarer Bezug zur Brauereigeschichte.
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